Kultur Musik

Austra in der Halle02

Am 10. Juni in Berlin im Berghain, am 12. Juni in der Halle 02: Vor rund vierhundert Zuschauern gab die kanadische Elektro/New-Wave-Band aus Toronto in Heidelberg eines ihrer vier Deutschlandkonzerte dieses Jahr.

Erste Überraschung des Abends: das Publikum. Schüler, Hipster und etwas angegraute Konzertgänger. Allgemein auch ein queeres Publikum. Aber das ist eigentlich kein Wunder bei einer Band, die sich zum Ziel gesetzt hat eine „gay band“ zu sein.

La Petite Rouge

La Petite Rouge

Zweite Überraschung des Abends: La Petite Rouge. Die Musikerin aus Karlsruhe kombiniert akustische Klänge mit digitalen Beats und ihrer Stimme. Die 18-Jährige schafft es, mit Bässen und Gesang das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Mit einer zeitgemäßen Version von Lollipop hat sie uns vollends in der Hand. La Petite Rouge sollte man auf jeden Fall im Auge behalten, da kommt noch was.

Keine Überraschung: Austra. Die Quartett um Sängerin um Katie Stelmanis ist einfach gut. Mit den ersten Takten von „Painful like“ erscheint die Band nacheinander auf der Bühne. Die Musik lebt von von Katies Stimme und diese kommt klar aus den Boxen, der Mischer und die neue Halle02-Technik machen ihren Job gut.

Katie Stelmanis

Katie Stelmanis

Das letzte Album ist 2013 erschienen, die Lieder sind bekannt und wir verfallen der Band mit jedem Stück mehr und mehr. Austra haben zwar auch neue Songs mitgebracht und diese sind nicht schlecht. Sie können aber neben eingängigen und bekannten Stücken wie dem synthielastigen „Loose it“, dem melancholischen „Home“, dem bassigen „Beat and the Pulse“ oder „What We Done?“ kaum bestehen.

Ryan Wonsiak

Ryan Wonsiak

Eigentlich möchte man das ganze Konzert mit geschlossen Augen genießen, aber bei dieser Bühnenspektakel ist das kaum möglich: Neben der gelungenen Lichtshow gibt Keyboarder Ryan Wonsiak im Aerobic Body den Background-Tänzer und setzt sich gekonnt in Szene.

Die Band ist von der Bühne, kommt wieder und die obligatorische Zugabe mit vier Songs wird gespielt. Aber die Menge will mehr, klatscht minutenlang weiter und es wirkt: Austra erscheint nochmal, die offensichtlich ungeplante zweite Zugabe freut und entlässt selig aus einem wunderschönen Konzertabend.

Text: Paul Ramisch, Fotos: Larissa Faaß

Weitere Impressionen:

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