Kultur Musik

Authentisch und Gut! KLAN!

Wie die vegangenen 9 Jahre, so fand auch diesen November wieder die Konzertreihe“Prêt à écouter” im Karlstorbahnhof in Heidelberg statt. ; Prêt à écouter, das bedeutet Neu- und Wiederentdeckungen aus der ganzen Welt. Eine dieser Neuentdeckungen war die Leipziger Brüderband KLAN.

Während einer der ersten kalten Tage des Jahres fingen die Gäste an sich im gemütlichen Foyer des Hauses zu tummeln und in wohliger Wärme auf das Konzert zu warten. Als sich die Zeit auf 9 Uhr zubewegte und damit der Auftritt immer näher rückte, schludderte die kleine Gruppe von Menschen langsam in den Konzertsaal. Stress gab es heute keinen.

Eine schwarze Leinwand trennte den Konzertsaal ab, was eine sehr private Atmosphäre erzeugte. Versammelt vor der Bühne kam Michael, der Sänger der Band, plötzlich auf die Bühne. Mit Jeans und Hemd in der Hose kündigte er schnell ihre Vorsängerin Alex Meyer an und verschwand dann auch schon wieder. Für mehr als einen kurzen Blick hatte es nicht genügt.

Damit hatte die Show angefangen. Mit sanften Tönen startete Alex Meyer nun ihren ersten Song. Ihre leicht harte aber liebliche Stimme überzeugte das Publikum schnell und bewegt lauschten sie dieser noch sehr jungen Sängerin. Schnell wurde klar, dass sie aber nicht nur gefühlvoll kann. Mit ihren selbst komponierten frechen Liedern brachte sie das Publikum dann auch zum Tanzen, wobei einige Lieder besser ankamen als andere.

Als Alex Meyer das nun aufgewärmte Publikum allein ließ, wurde die Spannung immer größer. Doch KLAN ließ sich Zeit. Mindestens 20 Minuten dauerte es bis endlich das gelbe Neonröhrenschild KLAN zu leuchten anfing und die Band auf die Bühne kam. Stefan an der Gitarre und Micheal mit Mikrofon bewaffnet sprangen auf die Bühne und spielten ihren ersten Song.

Zusammen mit Bassisten und Schlagzeuger waren sie aufgestellt wie eine Rock Band und hauchten dem kleinen abgetrennten Raum Leben ein. Wie ein irrer tanzt Michael während des Singens auf der Bühne umher. Mit merkwürdig suchendem Blick kommt er einem vor als wäre er gerade aus der Anstalt entflohen. Doch nach dem Song ist er wie ausgewechselt und ein neuer Song kommt. Zusammen mit einem neuen Michael.

Im Laufe der Show spricht Michael auch unterschiedliche Themen an. Mit Anekdoten oder erzählerischen Liedern erzählt er über den Rechtsdruck in Deutschland, die Probleme bei der Emanzipation von den Eltern oder die fehlende Zeit die mit dem Erwachsenwerden kommt. Das alles stets begleitet von poppiger Musik, die zuweilen doch auch sehr rockig angehaucht war. Ein paar Gitarren Solos von Stefan waren auch dabei. Live klingt dabei auch alles nochmal um einiges besser als online. Michael wirkt während der Show mehr wie ein herzlicher Samariter, als der Liedsänger einer Band. Immer wieder bedankt er sich beim Publikum und lächelt freudig in die Runde.

Die kleine Gruppe von Zuschauern tanzt und singt während den Liedern mit als würden sie die Band schon eine Ewigkeit kennen. Begeistert wird jeder Song von lautem Klatschen und Jubeln verabschiedet. Bevor KLAN dann endgültig die Bühne verlassen zeigen sie nochmal besondere Fan nähe, indem sie ihren letzten Song zwischen den nun sitzenden Zuschauern spielen. Man kann nur hoffen, dass diese authentische Band ihren großen Durchbruch schafft. Verdient hätte sie es.

Text: Lars Walsleben

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.