Kultur

Nützlicher Krempel

Stundenlanges wühlen, feilschen und Schnäppchen jagen, sind die Erwartungen die man gewöhnlich an einen Flohmarkt stellt. Wer dabei etwas besonders praktisches oder witziges zum günstigen Preis ergattert, schont damit das Studierenden-Budget und liegt außerdem voll im Trend. Deswegen möchten wir euch Flohmärkte in und um Mannheim vorstellen.

Krempelmarkt:

Gewagte These: viele Studierenden sind keine Frühaufsteher. Für FlohmarktgängerInnen wäre das zwar eine vorteilhafte Eigenschaft, aber auf dem Mannheimer Krempelmarkt findet man auch nach 12 Uhr noch etwas. Für Sammler und Kenner wird es dann vielleicht schon schwieriger, aber leer gekauft ist das 68 Tausend Quadratmeter große Gelände wohl nie.  Der Flohmarkt findet ca. siebenmal im Jahr immer samstags von 8 – 16 Uhr statt und man kann  bei jedem Wetter sein Shopping-Glück versuchen.

Was gibt es zu sehen?

Es finden sich Gameboys und Nintendos, Massen an Schallplatten und CDs, auch Kassetten, Spiele, Bücher, Klamotten, Schmuck und Schuhe für jeden Stil und Anlass, gerade noch so auf dem Fahrrad transportable Möbel und Lampen, Küchenutensilien, Fahrräder, Werkzeuge und Einzelteile und viele ausgefallene, teilweise echt stylische Dinge, über deren Nutzen man sich aber vielleicht auch streiten kann.  An einigen Ständen verkaufen Händler wertvollere Antiquitäten, größtenteils verkaufen allerdings Laien.

Lohnt es sich?

Die Atmosphäre ist generell sehr nett und freundschaftlich. Es gibt zwar einzelne Trödler, die nicht so flexibel mit ihren Preisen sind, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Genau so kann es passieren, dass man gegen Ende mal eine Kleinigkeit geschenkt bekommt! Den Krempelmarkt gibt es schon seit 1970 und er war immer als gemeinnützige Aktion gedacht. Der Verein „Projekt Freiraum e.V.“ deckt mit den Standgebühren die entstehenden Unkosten. Der Überschuss wird an soziale, ökologische und kulturelle Projekte in der Region gespendet. Darunter waren u.a. schon das „Zeitraum Exit“ und die „Creative Factory“ im Jungbusch. Auch selbst kann man seinen Krempel auf dem Markt losweden.

Schön: 

Wäre es nicht eine zauberhafte Idee, deine besten Freunde mal wieder mit dem Marmor-Telefon anzurufen und zu einem geschmackvollen Dinner an einer Tafel mit zwölf passenden Stühlen einzuladen?

Witzig:

Partyking-Vinyl: Bei oben erwähntem Dinner könnte man die Stimmung z.B. mit dem „Partyking“ auflockern!

nützlich: 

Sehr nützlich für alle, die noch kein Schach spielen können und die ersten Versuche lieber ohne erfahrenen menschlichen Gegner wagen möchten. (Der Verkäufer hat sich die „Sprechende Schachschule“ vor ca. 30 Jahren, nach seiner Wehrdienstzeit, die er mit einem Bundesliga-Schachspieler verbracht hat, zugelegt.)

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Nachtflohmarkt

Der Nachtflohmarkt der Theatergruppe „RAMY“ und der „Theater Performance Kunst, RAMPIG“ bietet neben dem üblichen Ständechaos sogar noch eine Bar und groovige Soul- und Jazzbeschallung. Außerdem konnte in- und outdoor bei Kerzenschein gestöbert werden.  Er fand am13.03.2015 von 19-24 Uhr in Heidelberg im Haus der Jugend statt.

Was gibt es zu sehen?

Es  geht so ziemlich alles über den Tisch – Klamotten, Spielzeug, Bücher Trödel, antiker Schmuck, Pelzmäntel….  Persönliches Highlight: Der große Trend waren Rollschuhe, außerdem das vom Verkäufer selbstgemalte Portrait Gorbatschows

Lohnt es sich?

„Wir machen diesen Flohmarkt, um unsere Theaterkasse aufzubessern“, erklärt Leoni Awischus, die mit Sarah-Lina Mantler den Flohmarkt organisiert.  Wer beim handeln einen guten Zewck unterstützen möchte, ist hier also goldrichtig! Inspiration hatten vorher schon Stände am Mannheimer Nachtflohmarkt im Louisenpark gegeben. Die Bar mit Essen und Trinken zu fairen Preisen (Suppe, Süßes, Kaffee oder ein kühles Getränk) sowie Soul, Funk, Disco und HipHop-Musik im Hintergrund, Kicker, rosa Einhörner + Kunstinstallation am Eingang  sind echte Besonderheiten. Der Flohmarkt richtet sich ausschließlich an private, nicht gewerbsmäßige Anbieter!

Fazit:

Die Standinhaber sind sehr zufrieden: Organisation war super und entspannt und das Geschäft läuft gut! Auch die Besucher sind begeistert vom guten Angebot.

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Hübsch und Herzlich

Zum Mädchenflohmarkt Hübsch und Herzlich standen Hunderte vor einem Altbau im Jungbusch Schlange und warteten auf den Einlass. Auch dass es eine geringe Eintrittsgebühr gab, hat die BesucherInnen nicht abgeschreckt. Innen erstreckten sich schön dekorierte und gut präsentierte Stände über einen großen und zwei kleinere Räume.

Was gibt es zu sehen?

Der Mädchenflohmarkt bietet größtenteils Kleidung, aber auch Schmuck und Accessoires waren zu finden. Ich persönlich habe eines der wenigen Bücher erstanden und sogar eine Lampe war zu finden. Aber vor allem Kleidungssuchende Mädchen kommen bei diesem Flohmarkt auf ihre Kosten.

Lohnt es sich?

Hübsch und Herzlich ist in etwa so wie ein Glamping-Zelt auf einem Festival. Man redet sich ein zu campen bzw. einen Flohmarkt zu besuchen, aber eigentlich ist es für die originale Flohmarkterfahrung viel zu hübsch. Man könnte auch sagen, dass der Flohmarkt mit der Gentrifizierung des Jungbusches d’Accord geht; er ist sehr voll und sehr stylisch. Hier fühlt sich nur wohl, wer kein Problem mit Menschenmassen hat. Trotzdem können sehr schöne Teile gefunden werden. Obendrein ist das Gesamtbild sehr stimmig und das Ambiente wirklich schön. Für Musikalische Unterstützung sorgt ein DJ.

Nützlich:

Ein schönes Kleid oder eine Vintage-Schreibtischlampe? Beides kann auf seine Weise nützlich sein. Und ja, die Lampe funktioniert.

Schön:

Schön ist dieser Flohmarkt wirklich, so hübsch (und herzlich) wurden ein paar Ringe und Sonnenbrillen an einem Stand präsentiert.

Witzig:

Sogar die Verkäuferin gab zu, dass dieser BH zumindest nicht alltagstauglich ist und bei ihr nur im Schrank herumlag. Ob er weiterverkauft wurde, bleibt ungeklärt. Witzig ist dieser Fund allemal!

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Text und Fotos: Leonie Ader, Samira Franzel, Dora Köhler

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