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Verzicht: Rauchen

Nachdem einer meiner lieben [uni]magazin Kollegen*innen die glorreiche Idee verkündete, man könne ja im neuen Heft einen Artikel über eine Reihe von Selbstversuchen über das Thema Verzicht starten, platze sofort aus mir heraus: „Ich hör mit dem Rauchen auf!“ … Zumindest für eine Woche. Woher diese sofortige Bereitschaft kam weiß ich auch nicht genau. Es lässt sich nur vermuten, dass in meinem tiefsten Inneren schon länger der Wunsch des Rauchstopps schlummerte und nur den richtigen Anstoß brauchte, WEIL JA ich bin mir bewusst was das Rauchen meinem Körper antut. Vielleicht vorab ein paar Infos zu mir: ich bin 22 und rauche nun seit circa 4 Jahren richtig- was bedeutet richtig?- Ja auch schon vor der Vollendung meines 18ten Lebensjahres habe ich das ein oder andere Mal illegaler Weise an einer Zigarette gezogen. Ich bin kein Kettenraucher, und auch das Rauchen am frühen Morgen habe ich wieder aufgegeben. Meine Zigaretten drehe ich selbst, und Tabak und Papersmarken variieren gelegentlich. Nur meinen Filtern bleibe ich treu – die Slimfilter von Gizeh (*Werbung wegen Markennennung*). Außerdem bin ich eine Stressraucherin.

Den kläglichen Versuch in der Klausurenphase diesen Selbstversuch zu starten, brach ich nach zwei Tagen ab, denn lernen bei 30 Grad und Sonnenschein ist schon schrecklich genug ohne Nikotinentzug. Nachdem ich also diese schlimmen Wochen mit Verlust des Soziallebens und allen anderen üblichen Randerscheinungen der Klausurenphase hinter mir hatte, startete ich das Ganze nochmal. Natürlich an einem Montag, denn wie bei einer Diät dachte ich mir brauchen solcherlei Experimente einen klaren Startpunkt und dieser kann keinesfalls in der Mitte der Woche liegen – wer schafft es denn schon, an einem Mittwoch mit dem Rauchen aufzuhören?

Die ersten Tage gab es keine Probleme. Ich gehöre zu den verantwortungsbewussten Personen, die bei Erkältung oder ähnlichem die Glimmstängel zumindest für eine kurze Zeit aus der Hand legen- schlussfolgernd kann man Körper ein paar Tage ohne Nikotin ganz gut ab. Deswegen war mein rauchfreies Dasein montags, dienstags und mittwochs kein wirkliches Problem und ziemlich erträglich. Schwieriger wurde es jedoch umso näher das Wochenende rückte. Der Alkohol und meine rauchenden Freunde waren eine ziemlich große Hürde auf dem Weg zu meinem Ziel eine Woche rauchfrei zu bleiben. Ich muss zugeben, im Laufe des Wochenendes wurde es immer schwieriger, da zu einem Sozialleben auch immer eine gute Portion Freizeitstress gehört. Doch ich blieb standhaft, und als ich dann Sonntag Abend meine erste Zigarette nach einer gefühlten Ewigkeit genussvoll anzündete, spürte ich sogar so etwas wie einen “Nikotinflash”, der sonst nur Rauchanfängern vergönnt ist. Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass das ganze mir wahrscheinlich nur deswegen so leicht gefallen war, da ich wusste, dass das ganze zeitlich begrenzt ist. Hätte ich versucht ganz mit dem Rauchen aufzuhören, hätte das höchstwahrscheinlich anders ausgesehen. Mein Umfeld hat so gut wie gar nicht auf meinen wöchentlichen Verzicht reagiert, da viele meiner Freunde es schon gewohnt sind, dass ich halbjährlich ankündige, dass ich jetzt WIRKLICH mit dem Rauchen aufhöre. Also Leute, drückt mir die Daumen, dass ich den Absprung auch endlich mal schaffe und merke wie uncool das ganze doch wirklich ist – obwohl ich schon wieder beim Verfassen dieses Textes eine Riesenlust auf eine Zigarette bekommen habe.

Text: Svea Seidler

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