Kultur Theater

Tanzstück „Dorian“ am Nationaltheater

Was macht Kunst aus? Welche Rolle spielt dabei die gesellschaftliche Vorstellung von „guter Kunst“? Fragen wie diese reflektiert Choreograf Felix Landerer in dem Tanzstück „Dorian“, uraufgeführt am vergangenen Freitag am Nationaltheater Mannheim. Als Ausgang nutzt das Stück einige Überlegungen von Oscar Wilde, besonders solche über das Wesen der Kunst aus dem Vorwort zu seinem einzigen Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“.

Liebhaber*innen dieses Werkes werden den vielschichtigen Roman in seiner Handlung jedoch nicht wiedererkennen. „Dorian“ heißt hier nur der Raum, ein Teil eines Museum mit ausgewählten Kunstwerken: die Videoprojektion „Opera by Diva“, eine Sound-Installation sowie „Die kritische Masse“. Überzeugen kann das Stück durch die gekonnte Nutzung von extra komponierter Musik und der Einbettung dieser Musik in die fein abgestimmte Choreografie. Ganz im Besonderen fasziniert die beeindruckende, ja schier unglaubliche Tanzkunst des Ensembles.

Ein Beigeschmack bleibt nach dem Stück trotz jenen Stärken dennoch bei einigen zurück: Eine persönliche Bedeutung fällt ungemein schwer. Möglicherweise durchaus intendiert, verwirrt das Tanzstück und hinterlässt viele Fragen, wie die nach möglichen Deutungsansätzen, die sich aus dem Stück heraus jedoch kaum beantworten lassen.

Text: Moritz M. Pflomm
Fotos: Hans Jörg Michel

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