Kultur Musik

Hans Zimmers Welt

Auch wenn nicht jeder den deutschen Komponisten Hans Zimmer kennt, seine Musik kennt jeder. Aus Filmen wie Inception, The Dark Knight oder auch König der Löwen, für dessen Kompositionen er mit Oscar, Grammy und Golden Globes überhäuft wurde. Seine Show „The World of Hans Zimmer“ geht jetzt auf große Europatournee und macht auch in Mannheim halt.

Bei seiner Live-Show ist Hans Zimmer zwar nicht persönlich auf der Bühne, dafür aber ein von ihm ausgewähltes Orchester. Dennoch meldete sich der Komponist zwischen den Stücken immer wieder per Videobotschaft zu Wort und erzählte Anekdoten, die seinen Stücken mehr Tiefe gaben. Diese Einblicke in Hans Zimmers Leben waren zwar unterhaltsame Filler, aber nicht der eigentliche Grund sich dieses Spektakel anzusehen. Dieser war stattdessen die berühmten Kinomusikklassiker einmal von einem großen Orchester live verwirklicht zu hören.

Wenn die Show eine Sache verdeutlichte, dann dass Zimmer nicht für eine Musikrichtung steht. Vom düsteren Dark Knight über die exotischen Klänge für Mission Impossible 2, hin zu den lieblichen Klängen von Spirit und Kung Fu Panda war jedes große Kino-Genre vertreten. Die mystische Musik von The Da Vinci Code, unterlegt von Mönchgesängen, oder die fröhlich lebendige Musik von Madagaskar, die nicht nur die Tiere auf dem Bildschirm tanzen ließ, bewiesen: Hans Zimmer kann alles.

Raffiniert waren vor allem die Lichteffekte. Vor der Show strahlten blaue Lichtstrahlen durch die Nebelschwaden und gaben dem Ganzen einen mystischen Unterton. Im Laufe der Show veränderte sich die Lichtkomposition immer wieder und passte sich den Stücken fließend an. Von der strahlenden Sonne bei König der Löwen bis zu den schattenhaften Klostersettings von The Da Vinci Code. Besonders beeindruckend hierbei waren die grellen Lichtblitze bei The Dark Knight oder auch das blendende Licht des Feuers in einer Schlacht bei Gladiator.

Foto: Frank Embacher

Die Frage ob Hans Zimmer live im Stadion überzeugt, kann nur mit einem einfachen Ja beantwortet werden. Beeindrucken konnten dabei vor allem die klassischen Zeichentrickfilmkompositionen aus Spirit und König der Löwen, die wohl auch im Publikum die ein oder andere Kindheitserinnerung aufleben ließen.  Harte Konkurrenz um das Stück des Abends machte nur noch der epische Soundtrack von Gladiator. All das natürlich nur ermöglicht durch die engagiert auftretenden Musiker, denen die Show sichtlich Spaß zu machen schien.

Trotzdem mussten die Zuschauer auf das vielleicht beliebteste Stück von Hans Zimmer aus Fluch der Karibik bis zum Ende warten. Einige Zuschauer waren schon dabei die Arena zu verlassen, da die Musiker sich schon ein letztes Mal zu verbeugen schienen. Viele ahnten aber, dass der vielleicht bekannteste Soundtrack von Hans Zimmer eigentlich hier nicht fehlen konnte. Und dann passierte es doch. Ein letztes Mal setzten sich die Musiker an ihre Instrumente und spielten das lang erwartete Jack Sparrow. Das Beste kommt eben zum Schluss.

Foto: Frank Embacher

Text: Lars Walsleben

 

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