Kultur Musik

Stromschläge statt Amore – Wanda bricht Konzert ab

Pressebilder-2015

Wer sich für relevante, deutschsprachige Rockmusik dieser Zeit begeistert, der findet aktuell an der Wiener Band Wanda kaum einen Weg vorbei. Am 22.3 stand auch Mannheim auf dem Tourplan der Gruppe und das Interesse  war so groß, dass das  in der Alten Feuerwache geplante Konzert in den Maimarktclub hochverlegt wurde. Die Show von Wanda nahm allerdings ein verfrühtes und tragisches Ende.

Zunächst startete der Abend vielversprechend. Wohl auch inspiriert von den Texten von Wanda, in denen häufig das Trinken („Ich sauf keinen Schnaps, ich sauf einen Pistolenlauf“) eine nicht ganz unwichtige Rolle einnimmt, bildeten sichor der Bar lange Schlangen und eine bierselige Vorfreude auf die Band stellte sich ein. Auch einige verwirrte Ed Sheeran Fans verzogen sich bald aus dem Maimarktclub und suchten die nahe gelegene SAP-Arena auf, um das parallel stattfindende Spektakel nicht zu verpassen. Supportet wurde Wanda vom Singer-Songwriter Ansa Sauermann, der zusammen mit seiner Band eine eher melancholische Stimmung verbreitete. Mehr als das, was man aus dem Deutsch Pop Kosmos rund um Joris und Mark Forster bereits auswendig kennt, bietet Ansa Sauermann allerdings nicht an.

Nach kurzen Umbauarbeiten war dann also alles bereit für Wanda: die fünf Österreicher betraten die Bühne und Sänger Michael Marco Fitzthum startete den ersten Song „Luzia“ noch mit Zigarette im Mundwinkel. Insgesamt unterstrichen die Jungs in weißen Muskelshirts und mit sehr extrovertiertem Auftreten ihren Status als Rockstars. Das Publikum zeigte sich vom ersten Song an textsicher und die Band kündigte begeistert einen sehr „intimen Abend“ an. Der große Schockmoment folgte dann bereits während des vierten Songs. Der Sänger lag plötzlich am Boden, wirkte kurz regungslos und verschwand schnell hinter der Bühne. Auch die anderen Bandmitglieder folgten ihm daraufhin zügig. Nach einer etwa fünf minütigen Unterbrechung, in der sich Techniker auf der Bühne umsahen, kam die Band ohne Frontsänger zurück. Das Konzert müsse leider abgebrochen werden, da ein technischer Fehler einen Stromschlag ausgelöst habe und die Gefahr für die Musiker zu groß sei. Allzu große Aufregung im Publikum blieb aus und viele verließen das Konzertgelände schnell. Spekulationen darüber, ob der Sänger nicht doch wohl aufgrund von Alkohol oder anderen Drogen nicht mehr fähig sei das Konzert weiter zu spielen, wurden von vielen geäußert, doch das Auftreten während der ersten Songs lassen solche Vermutungen doch sehr abwegig erscheinen. Wanda selbst hat am Tag nach dem Konzert in einem Facebook-Post daraufhin hingewiesen, dass es Michael Marco Fitzthum den Umständen entsprechend gut gehe und ein für den Folgetag geplantes Konzert stattfinden könne.

Wir wünschen natürlich gute Besserung und hoffen, dass Wanda so schnell wie möglich nach Mannheim zurückkommen. Schon mit ihren ersten drei Songs haben sie gezeigt, dass es sich lohnen dürfte den Nachholtermin nicht zu verpassen. Bis dahin werden wir wohl in unserem schönsten Wiener Dialekt  ihre hymnenartigen Songs rauf und runter singen.

Text: Moritz Hahn, Bild: (c) Universal Music, Florian Senekowitsch

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