Campusleben

Warum denn nicht nach Posen?

Die Universität Mannheim hat viele Partneruniversitäten, doch so manch eine Kooperation wird weniger genutzt als andere. Viele Unis sind einen Besuch wert, auch wenn sie einem nicht auf Anhieb in den Sinn kommen. Über die Vorzüge unterschätzter Partneruniversitäten.

England, USA, Australien oder doch lieber Schweden? Englischsprachige oder skandinavische Länder sind bei den Mannheimer Studierenden für einen im Studium integrierten Auslandsaufenthalt sehr gefragt. Das Stiefkind oder der müde Abklatsch sind dabei für viele die osteuropäischen Länder. ERASMUS ist oftmals von einer eindeutigen „Go-West-Mentalität“ geprägt.

Osteuropa bietet viele Möglichkeiten

Der sprichwörtliche „Blick über den Tellerrand“ wird einem aber gerade bei einem Aufenthalt in Osteuropa ermöglicht und viele der kooperierenden Universitäten liegen in wunderschönen, alten und kulturell reichen Städten, wie zum Beispiel die „Central European University“ in Budapest (Ungarn) oder die „Adam-Mickiewicz-Universität“ in Posen (Polen). Beide Städte bestechen durch eine wunderschöne Altstadt – von einem ehemaligen Austauschstudenten wird Budapest sogar als „die ERASMUS-Stadt“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist für alle der unbekannteren Uni-Kooperationen zutreffend.

ERASMUS Illustration
Das Leben ist dort für Studenten aus Deutschland meist sehr günstig, denn Mieten für Wohnheime oder Wohnungen sind gering, ebenso die sonstigen Lebenshaltungskosten. Ideal für alle, die gerne feiern oder auswärts essen gehen! In den Erfahrungsberichten wird die litauische Küche gelobt und polnische Piroggen nach originalem Rezept sollte man ebenso wenig verpassen.
Kathrin Blitzke vom Akademischen Auslandsamt der Uni Mannheim kann erzählen, dass die grundsätzliche Chance ins Ausland zu kommen steigt, wenn man sich bei seiner Auswahl auch mit eher unbekannten Universitäten befasst. Die bekannten Ziele werden so häufig als Erstwahl angegeben, dass man seine zweite oder dritte Wahl an eines dieser Ziele im Zweifelsfall verschwenden würde. Mit der Zweit- oder Drittwahl eine Uni anzugeben, die weniger bekannt ist, erhöht also die Chance, ein Semester an einer Wunschuni zu verbringen.

Vorurteile abbauen

Das Stigma von veralteten Universitäten in Osteuropa stimmt oft nicht. So ist der Partner-Psychologiestudiengang in Litauen sehr praxisorientiert und die Universität kann mit einer fabelhaften Ausstattung glänzen. Auch wer denkt, auf Mallorca gäbe es nur den studienunfreundlichen Ballermann, irrt sich. Man muss nicht dauernd Party machen, man kann aber. Kultur- und Naturliebhaber kommen auf Mallorca genauso auf ihre Kosten, wie partyfreudige Studierende, denn Abseits von den Massen deutscher und englischer Touristen warten sowohl spanische als auch katalanische Kultur und die schöne Insellandschaft. Ähnliches gilt für Malta: Da die Amtssprache der Insel Englisch ist, ist das Sprachniveau sehr hoch. Es müssen also nicht Großbritannien oder die USA sein, wenn man seine Sprachkenntnisse aufpolieren möchte. Dafür können sogar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, denn selbst wenn das Studium auf Englisch stattfindet, besteht oftmals die Möglichkeit, an einem von der Gastuniversität angebotenen Sprachkurs teilzunehmen. Wer kann schon von sich behaupten, Polnisch oder Litauisch zu sprechen? Eine bessere Möglichkeit, eine Sprache zu lernen als im Land selbst gibt es kaum.
Ein Aufenthalt auf Malta, in Litauen oder Ungarn überzeugt im Lebenslauf. Da nicht so viele Austauschstudierende an diese Orte kommen, wie beispielsweise in die USA, ist man zudem im Land selbst etwas Besonderes. Die Gaststudierenden bekommen persönliche Mentoren, die bei der Eingewöhnung und bei organisatorischen Zusammenhängen helfen und teilweise wird einem sogar ein zusätzlicher akademischer Mentor zugeteilt. In Posen gibt es sogenannte „Buddy-Groups“, die sich regelmäßig treffen und Partys oder Reisen veranstalten. Gerade die Inseln können in nur einem Semester ausgiebig erkundet werden und in Ländern wie Polen oder Ungarn ist das Reisen so günstig, dass man auch sie gründlich kennenlernen kann.
Wer bei seinem ERASMUS-Aufenthalt Wert auf andere Kulturen, Sprachen und neue Erfahrungen legt, ist bei den „ERASMUS-Städten“ in Osteuropa, auf Malta und Mallorca also mindestens so gut aufgehoben wie an den Partnerunis im Westen.

Text: Dora Köhler

Du suchst noch eine Universität für deinen Auslandsaufenthalt? Dann schau dir doch mal diese lohnenswerten Universitäten an.

„American University in Bulgaria“, Blagoevgrad (Bulgarien)

„Mykolas Romeris University“, Vilnius (Litauen)

„Vytautas Magnus University“, Kaunas (Litauen)

„Adam Mickiewicz University“, Posen (Polen)

„Central European University“, Budapest (Ungarn)

„University of Malta“, Msida (Malta)

„University of the Balearic Islands“, Palma de Mallorca (Spanien)

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