Allgemein Corona

Das psychische Dilemma der Corona-Pandemie

Diesen Monat startet der Mental Health Awareness Month. Eingeführt von der National Association for Mental Health in den USA, geht es dabei darum, das Bewusstsein für psychische Krankheiten zu steigern, sowie über diese besser zu informieren. Mentale Gesundheit betrifft vor allem zu Zeiten der Corona-Pandemie jeden von uns, wo u.a. eine fehlende Tagesstruktur, die gestiegene Einsamkeit, sowie Existenzängste oder aber auch einfach die Angst vor einer Ansteckung nur einige Aspekte sind, die Menschen seelisch belasten. In Deutschland leidet nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit fast jeder 3. Mensch im Laufe seines Lebens an einer psychischen Krankheit mit Behandlungsbedarf, was eine nicht zu unterschätzende Zahl darstellt. Vor allem Menschen, die aktiv oder vorher an psychisch leichten oder auch schwerwiegenderen Erkrankungen gelitten haben, sind schwer betroffen.

 Bei Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, werden diese meist durch die derzeitigen Umstände noch verschlimmert, sie sind vermehrt auf sich allein gestellt und können gleichzeitig eine Therapie nicht mehr so regelmäßig in Anspruch nehmen wie zuvor. Außerdem sind sie auch anfälliger für physische Erkrankungen, da durch den schlechten mentalen Zustand das Immunsystem geschwächt wird. Dies hat auch Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf: Bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung besteht ein höheres Risiko eines schweren Verlaufs bei einer Covid-19 Erkrankung.

Deswegen gehören diese Menschen auch zu den Risikogruppen. Denn in Deutschland werden Menschen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolarer Störung in die Gruppe 2, also in die hohe Priorität eingestuft. Nichtsdestotrotz sind in dieser Gruppe bei weitem nicht alle bedürftigen Personen abgedeckt.

Auf der einen Seite wäre es wichtig Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden schnell zu impfen, wodurch die Angst vor einer Ansteckung genommen werden würde. Gleichbedeutend wären soziale Kontakte in größerem Ausmaß möglich und auch der Zugang zu Therapien könnte erleichtert werden. Psychische Erkrankungen dürfen keineswegs gegenüber physischen benachteiligt werden.

Andererseits ist das Problem erst vollständig gelöst, wenn der Impffortschritt eine Herdenimmunität gewährleistet und wir uns zum Wohle aller wieder Richtung Normalität bewegen. Denn ohne diesen Schritt werden psychische Erkrankungen weiterhin durch die Pandemiesituation gefördert und uns auch weiterhin beschäftigen, es sei denn wir können uns zeitnah sukzessiv daraus befreien.

Bild:

National-Senior-Citizens-Day-Geriatric-depression-–-Not-just-a-case-of-feeling-blue.jpg (640×428) (recovermentalhealth.com)

 Quellen:

Seelische Gesundheit – Bundesgesundheitsministerium

https://healthnewsnet.de/news-2/covid-19-wieso-psychisch-kranke-menschen-rasch-geimpft-werden-sollten

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