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Eine von Vielen

Das erste Mal allein auf eine Demo zu gehen, wenn man bis jetzt immer nur mit Freund*innen hingegangen ist, kann ganz schön beängstigend sein. Das war es jedenfalls für mich, als ich mich am 24. September auf den Weg zum Alten Meßplatz machte, wo eine der vielen von Fridays for Future organisierten Demos zum globalen Klimastreik ihren Anfang nahm.


Ich bin circa zehn Minuten vor Beginn angekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon reichlich Menschen auf dem Alten Meßplatz zusammengefunden, aber es strömten immer mehr Menschen auf den Platz, bis die Demo begann. Letztendlich liefen um die 4500 Menschen aller Altersgruppen für mehr Klimaschutz durch Mannheim, wie der Instagramaccount @fridaysforfuturemannheim am nächsten Tag bekannt gab.


Anfangs fühlte ich mich noch etwas verloren, während wir auf dem Platz warteten, bis die Demo sich auf den Weg machte. Um mich herum standen Freundesgruppen und Familien und ich – ganz allein dazwischen. Ich war nahe dran, wieder nachhause zu gehen. Glücklicherweise bin ich geblieben und habe für ein mir selbst so wichtiges Thema wie den Klimaschutz demonstriert.

Vom Alten Meßplatz ging es über die Kurpfalzbrücke auf den Friedrichsring, wo schon die ersten Menschen aus Autos und von Balkons der langsam vorbeiziehenden Demo zuschauten. Eine ältere Dame schaute nicht nur zu, von ihrem Balkon aus winkte sie ausgiebig und war vor Freude den Tränen nahe. Das schöne daran? Zahlreiche Menschen, eine davon ich selbst, winkten ihr mit ebenso viel Freude zurück. Wir waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu lange gelaufen, doch reichte es schon um in mir – in uns – ein Gefühl von Gemeinschaft zu schaffen. Dieser Mix aus Freude und Unterstützung, der Enthusiasmus der alten, winkenden Frau; all das wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Trotz des anfänglichen Unbehagens, allein auf einer Demo zu sein, bei der augenscheinlich jede*r mit zumindest einer anderen Person da war, habe ich mich am Ende doch sehr wohl gefühlt. Schließlich geht es bei einer Demo primär darum, für etwas einzustehen, das der oder dem Einzelnen persönlich wichtig ist. Es ist natürlich schön, eine solche Erfahrung mit Freund*innen zu teilen, doch kann es ebenso schön sein, diese Erfahrung mit tausenden Fremden zu teilen.
Auch wenn es nicht für jede*n das richtige ist, allein zu einer Demo oder ähnlichem zu gehen, empfehle ich es zumindest einmal auszuprobieren. Wer weiß, vielleicht geht es euch dann ja so wie mir und ihr entschließt euch doch öfters mal allein etwas zu unternehmen.

Text und Bild: Sophie Günderoth

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