Kultur Musik

Max Prosa im halle02 club

„Die Phantasie wird siegen“. Dieser Satz stand als eine Art Leitmotto über dem gesamten Konzert von Max Prosa am vergangenen Freitagabend im halle02 Club in Heidelberg und ist gleichzeitig auch der Name seines ersten Albums.

Der junge Berliner Singer-Songwriter ist eine Ausnahmeerscheinung. In seinen Liedern besingt er in einer bildhaften und poetischen Sprache die ganz großen Gefühle und Themen unserer Zeit. Dabei knüpft er, in der Art und Weise, wie er das macht, an die Tradition von großen Liedermachern, wie Bob Dylan, Leonard Cohen, aber auch Hannes Wader, an.
Bekannt wurde Max Prosa unter anderem als Support-Act von Clueso. Danach veröffentlichte er 2012 sein erstes Album, gefolgt von der Zweitplatte „Rangoon“ im Jahr 2013. Seine Lieder hört man so gut wie nicht im Radio, dennoch hat er es geschafft ein Publikum zu finden, das seinen Stil und seine Musik zu schätzen weiß.
Der Konzertabend startete mit dem Support-Act Martha Rose, einer jungen Musikerin aus Brighton, die später auch Max Prosa auf der Geige begleitete. Sie selbst spielte einige schöne und verträumte Lieder auf der Gitarre und einem Casio Keyboard. Eingeleitet von einem sphärischen Synthesizer-Intro folgte schließlich der Auftritt von Max Prosa und seiner Band. Für fast zwei Stunden spielte er sowohl bekannte Lieder, aber auch neue Stücke, die erst in der kommenden Zeit auf einer Platte erscheinen sollen. Dabei überraschte der Singer-Songwriter vor allem mit neuen Arrangements, in denen die bekannten Stücke erklangen.

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Seine Texte handeln unter anderem von den verschiedenen Facetten der Liebe und dem Leben in der Großstadt, aber auch von der Verzweiflung und Unzufriedenheit über die ungerechten Zustände, die in der Welt herrschen. Dabei wird Max Prosa teilweise auch politisch und klagt in seinem Lied „Chaossohn“, die Umweltzerstörung an – „Unser Erbe wiegt tausend Jahre schwer. Der Plastikmüll treibt als Mahnmal im Meer.“ In einem aktuellen Song, den er auf dem Konzert vorstellte, fragte er: „Wer kämpft für mehr?“
Musikalisch bot der Abend eine Vielzahl an unterschiedlichen Klangfarben und Melodien, die zwischen Akustik-Pop, Folk und Rock spielerisch hin und her wechselten. Max Prosa und seine Band lieferten einen ausgewogenen Klang und hatten sichtlichen Spaß am gemeinsamen Musizieren und Experimentieren mit vielen verschiedenen Instrumenten und Sounds. Besonders mitreißend war die kraftvolle Begleitung durch Geige und Cello, die zusammen fast wie ein ganzes Streichorchester klangen. Max Prosa selbst spielte Akustikgitarre und Mundharmonika. Zwischen manchen Liedern griff er zu einem großen schwarzen Notizbuch, aus dem er kurze Gedichte und Texte vorlas. Ein großes Highlight des Abends war der Moment, als Max die Mitglieder der „Schlagzeugmafia“ für einen spontanen Gastauftritt auf die Bühne holte. Die Mannheimer Gruppe, bestehend aus ehemaligen Schlagzeugstudenten der Popakademie und sorgte auf der Bühne für einen breiten Drum Sound.

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Gegen Mitte des Konzerts stand der Liedermacher für einige Stücke alleine auf der Bühne und spielte unter anderem sein Lied „Café Noir“, eine Geschichte über das besagte Café, indem sich viele verschiedene, skurrile und falsch verstandene Charaktere zusammenfinden und gemeinsam trinken, spielen und lachen. Über den ganzen Abend hinweg gelang es Max Prosa eine poetische Stimmung mit seinen Melodien und seinen Texten zu entfalten, die sich auf das Publikum übertrug, das gebannt an seinen Lippen hing und ausgiebig zur Musik tanzte. Zum Abschluss stimmte er sein Lied „Totgesagte Welt“ an und endete mit einer Melodie, die er weiter wiederholte, bis sie sich auf das Publikum übertrug. Die Band wurde immer leiser und verließen andächtig die Bühne. Nur noch die Melodie blieb im Raum, gefolgt von einem tosenden Applaus.

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Text und Fotos: Matthias Mohler

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