Allgemein Kaleidoskop

Seid ein Straight Ally!

Als ich mir überlegt habe, etwas zum Thema Pride zu schreiben, habe ich mir ehrlich gesagt zuerst nicht viele Gedanken gemacht. Ich dachte „irgendwas findet sich schon“. Nachdem ich einem Freund voller Enthusiasmus davon erzählt habe, hielt sich seine Begeisterung jedoch in Grenzen: Er meinte: „No offense, aber was möchtest du denn dazu schreiben, wenn du gar nicht dazu gehörst?“.

Das traf mich dann doch mehr, als ich dachte. Eigentlich hätte ich mich als rücksichtsvollen Menschen bezeichnet, der nicht versucht, über irgendetwas zu reden, von dem er nichts versteht. Und doch hatte ich irgendwie das Gefühl, dass er recht hatte: Was befähigt mich dazu, über ein Thema zu schreiben, das mich persönlich gar nicht betrifft? Bin ich hier gerade anmaßend? Ein anderer Freund aus der queeren Community meinte zu mir, das sei schon in Ordnung, solange ich ein „Straight Ally“ sei.

Ein Straight Ally ist eine Hetero-cis-Person, die sich aktiv für die LGBTIQ+ Community einsetzt. Den Begriff gibt es in den USA schon lange, in Deutschland ist er noch nicht so verbreitet. Das sollte sich definitiv ändern. Deswegen habe ich im Folgenden eine (nicht abschließende) Liste aufgestellt, wie wir uns als Straight Ally engagieren können.

Redet mit Freunden, die zur LGBTIQ+ Community gehören und informiert euch. Auch wenn es offensichtlich klingt, am besten fragt man zunächst die Leute, die betroffen sind, was sie sich von uns wünschen.

Akzeptiert queerfeindliche und homophobe Sprüche nicht: Viele haben solche Sprüche wahrscheinlich schon einmal auf einer Feier oder im Bekanntenkreis gehört und wussten nicht, wie sie reagieren sollen. Sagt etwas dagegen! Je mehr Leute sich aktiv gegen solche Sprüche einsetzen, desto besser wird das Bewusstsein, dass diese Sprüche absolut nicht in Ordnung sind.

Auch wenn es manchmal viel Mut erfordert: Werdet laut, wenn ihr Diskriminierung erlebt. Laut Moderator und Journalist Benni Bauerdick könne man manchmal einen „ganz anderen Impuls auslösen“, wenn man als heterosexuelle Person gegen Diskriminierung einstehe.

Erwartet von niemandem, sich zu outen. Ob sich jemand outen möchte, bleibt immer der Person selbst überlassen. Und auch wenn sich jemand vor einer Freundin oder einem Freund outet, heißt das nicht, dass er oder sie auch bereit ist, dass vor anderen Leuten zu machen.

Und zum Schluss: Fehler machen ist in Ordnung. Doch es ist wichtig, dass wir zuhören, wenn uns jemand darauf hinweist, dass unser Verhalten gerade nicht in Ordnung war. Es geht nicht um uns. Wer helfen will, muss lernen, zuzuhören und bereit sein, sein Verhalten zu verändern.

Ich möchte mir nicht anmaßen, mehr über die LGBTIQ+ Community zu wissen als andere. Aber ich möchte sie unterstützen. Und das kann ich! Es gibt eine Menge Möglichkeiten, die ich als Straight Ally habe, um mich für queere Menschen einzusetzen. Sicher noch viel mehr, als ich hier gerade aufgezählt habe. In diesem Sinne: Informiert euch! Seid ein Straight Ally!

Quellen:

https://www.jetzt.de/querfragen/querfrage-queers-was-macht-gute-allys-aus

https://www.ardaudiothek.de/eine-stunde-liebe/straight-ally-so-seid-ihr-gute-verbuendete-fuer-queere-menschen-talk-mit-tipps/86237090

Straight Allies in Bayern: LGBTIQ*-Unterstützung hat jetzt einen Namen | Leben | Themen | PULS (br.de)

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Bild:

cottonbro Pexels

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