Kultur Musik

The Gaslamp Killer in der Alten Feuerwache

Am Montag fand in der Alten Feuerwache die Performance des amerikanischen Künstlers The Gaslamp Killers im Rahmen des achttägigen B-Seite Festivals statt.

Während der eigene Stempel aufgedrückt wird, werden nebenan Abendkassenbesucher abgewiesen – das Konzert Festivals ist ausverkauft. Drinnen eine kleine Überraschung: Der halbe Saal der Alten Feuerwache ist mit Stoff abgehängt. Die Veranstalter haben sich gegen ein mehr an Gewinn und zugunsten einer intimeren Atmosphäre entschieden. Über die komplette Breite der Bühne laufen bereits zum Support Sonderskooler die Visuals. Damit spiegelt sich schon vor der eigentlichen Show das Konzept des Festivals wieder: „Visuelle Kunst und Jetztkultur“.

Als The Gaslamp Killer aka William Bensussen die Bühne betritt, ist der Raum dann komplett gefüllt. Benussen selbst ist der Erste der tanzt – bleibt aber nur kurz allein. Seine Musik kombiniert ein großes Allerlei an Fragmenten zu einem langen, psychedelischen Stück. Hip-Hop, syrische Folklore (seine Großmutter stammt von dort) oder Mario-Kart-8-Bit-Beat, mit heftigen Drums und Bässen unterlegt wird alles tanzbar. Der Großteil ist aber natürlich elektronisch. Das bedeutet nicht, dass er eine Playlist durchkaut, vielmehr beweist er eine hohe Fingerfertigkeit an den Plattentellern, Reglern und der iPad-Loopmachine. Immer wieder unterbricht er den Ritt für kurze Monologe: Er hält brennende Plädoyers für die Jugend („you’re our future“) oder spricht Hasstriaden gegen den amerikanischen Präsidentschaftsanwärter Donald Trump.

Seine Mähne, die nahtlos in den langen Zauselbart übergeht, in Kombination mit seinem Tanzstil – der das Drücken imaginärer Knöpfe und einen leeren Blick über die Menge beinhaltet – könnte schon selbst als visuelle Kunst durchgehen. Dennoch unterstützt in Pixelschubser aka Benjamin Jantzen nach Kräften mit seinen bewegten Bildern. Der Fokus liegt darauf die Musik zu stützen, selten stehen die Visuals selbst im Vordergrund: Zweidimensionale psychedelische Muster springen über die riesige Leinwand.

Gegen Ende entsteht ein schöner Moment zwischen den Zugaben: Bensussen steht hinter der Bühne, durch die Rückprojektion sieht es aus wie Schattenspiel. Er steht nachdenklich da, bemerkt den Schatten und findet zurück in seine Rolle: Der Schatten albert herum. Ein letztes Mal hinaus, nach rund zwei Stunden ist die psychedelische Vision vorbei.

Das wunderbare Festival geht noch bis Sonntag weiter. Das ganze Programm gibt es auf http://www.jetztkultur.de/b-seite

Text: Paul Ramisch
Fotos: Louise Kaufmann

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