Kultur Musik

Volles Haus beim Liederslam im Nelson

Im Nelson ist der Dienstag kein gewöhnlicher Tag. Es ist der TU ES DAY.

Schummriges Licht und Wärme empfangen einen, wenn man das Nelson betritt. An der Kasse bekommt man eine Karte in die Hand gedrückt. Die wird später noch wichtig, erklärt man uns. Die meisten sitzen in kleinen Runden zusammen, vor ihnen ein Bier auf dem Tisch. Eigentlich sieht es aus wie immer, das Schiffssteuerrad und der Anker hängen an ihren gewohnten Plätzen an der Wand. Nur auf der Bühne stehen heute keine Tische, sondern Mikrofone. Die ersten Gitarren liegen auch schon griffbereit.

Die Musik aus den Lautsprechern stoppt abrupt, die Moderatorin für den Abend betritt die Bühne. Auf die Frage, wie viele den Liederslam im Nelson schon kennen, heben nur wenige die Hand. Das Prinzip, mit dem der Gewinner ermittelt wird, ist eigentlich ganz einfach. Die acht Teilnehmer werden in zwei Gruppen eingeteilt. Nach jedem Auftritt bekommt das Publikum die Möglichkeit, die Karte zu heben, wenn man den Teilnehmer im Finale noch einmal sehen will. Aus jeder Gruppe kommt ein Teilnehmer ins Finale. Auf den Gewinner wartet ein Beutel gefüllt mit was auch immer das Publikum hineinwirft: Geld, Süßigkeiten, Notizen und wer weiß, vielleicht auch die ein oder andere Telefonnummer.

hausnummer-7-tobi-und-robin

Der erste Act: Hausnummer 7

Der erste Act besteht gleich aus zwei Personen: Tobi und Robin. Eigentlich spielen sie in einer vierköpfigen Band namens Hausnummer 7, aber heute sind sie nur zu zweit unterwegs. Sieben Minuten hat jeder Act, um das Publikum von sich zu überzeugen. Schon nach der ersten Band ist jeder hellauf begeistert. Und spätestens nachdem die zweite Teilnehmerin, Hannah, ihre beiden Songs zum Besten gegeben hat, wird einem klar: Heute Abend wird es schwer, die Karte nicht zu heben. Nach den ersten vier Teilnehmern gibt es eine Pause. Das Nelson hat sich inzwischen gut gefüllt, die Stimmung ist ausgelassen, jeder wartet gespannt auf die zweite Runde. Nachdem in Runde eins ausschließlich auf Deutsch gesungen wurde, mischt sich nun auch Englisch darunter. Kathrin ist die erste Künstlerin, die die Sprache wechselt und auch Javier, ein gebürtiger Spanier, singt Englisch. Auch in der zweiten Runde sind ausschließlich tolle Stimmen dabei. An dieser Stelle kann man ruhig einmal zugeben, dass es fast unmöglich ist, nicht jeden Teilnehmer im Finale sehen zu wollen. Aber leider muss alles irgendwann zu einem Ende kommen.

florian-brueckel-mit-begleitung-1

Florian Brückel als erster Finalist

Die Teilnehmer des Finales werden bekannt gegeben. In Run  de eins hat sich Florian Brückel, musikalisch unterstützt von Thies, durchgesetzt, aus Runde zwei tritt Hannah Jaha im Finale an. Am Ende setzt sich Hannah durch, die besonders mit ihren eingängigen Texten überzeugt. Glücklich nimmt die Gewinnerin den inzwischen gut gefüllten Beutel entgegen. Nachdem der tosende Applaus verklungen ist und alle ihr Bierchen ausgetrunken haben, leert sich das Nelson langsam wieder. Aber wer noch nicht genug von musikalischen Talenten bekommen hat, muss nicht traurig sein, denn der Liederslam findet jeden zweiten Dienstag im Monat statt. Und wer weniger auf Gesang steht, kommt vielleicht an allen anderen Dienstagen mit Improtheater, Lesungen, Kabarett oder Poetry Slam auf seine Kosten. Wir sind uns auf jeden Fall sicher, dass das nicht unser letzter Liederslam gewesen sein wird. Und wer weiß, vielleicht entdeckt man ja eines Tages ein bekanntes Gesicht auf der Bühne.

hannah-jaha-1

Die glückliche Gewinnerin des Liederslams Hannah

Text: Katharina Scholl, Lena Laier

Fotos: Lena Laier, Jennifer Reutter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.